Von der Milch zum Joghurt: Verfahrenstechnik ist überall

Verfahrenstechnik ist die Ingenieurwissenschaft von der physikalischen, chemischen und biologischen Stoffumwandlung unter besonderer Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit kommt also auch die Umwelttechnik ins Spiel. 

Wie werden aus Kartoffeln Kartoffelchips? Wie wird aus Hopfen, Malz und Wasser Bier hergestellt? Oder wie wird mit Hilfe der Sonne, Wind oder Wasser Energie gewonnen? Wie wird Feinstaub aus der Luft gefiltert? Antworten auf diese Fragestellungen werden mit Verfahrenstechnik gefunden. Dabei werden sowohl Reaktionen und Umwandlungen des Stoffes selbst als auch die Konstruktion von Maschinen bis zu kompletten Anlagen betrachtet.

Verfahrens- und Umwelttechnik ist ein praxisorientierter Bachelor-Studiengang, der klassische Naturwissenschaft mit Ingenieur- und Umwelttechnik kombiniert. Diese wichtigen Kenntnisse ermöglichen Ihnen, als Ingenieur/-in in vielen innovativen und wachstumsstarken Branchen der Wirtschaft zu arbeiten.

Die wichtigsten Argumente für ein Studium der Verfahrens- und Umwelttechnik (kurz VU) an der Hochschule Heilbronn sind:

  • ein kontinuierlich hoher Bedarf an Ingenieuren in den Unternehmen
  • vielfältige Berufsperspektiven als Absolvent/in
  • hoher Praxisbezug und Förderung der Teamarbeit in kleinen Projektgruppen 
  • motiviertes, kompetentes Hochschulteam mit vielen Kontakten in die Unternehmen.

Neben stark wachsenden Branchen wie der Umwelttechnologie, Energieerzeugung oder Energieumwandlung steht Ihnen auch der klassische Anlagen- und Apparatebau mit Ihren erworbenen Fähigkeiten offen.

Kurzinfo

Titel des Studienganges
Verfahrens- und Umwelttechnik
Studiengangtyp Bachelor
Anzahl Semester
7
Anzahl ECTS
210
Lehrsprache
deutsch
Abschluss
Bachelor of Science
Start zum Sommer- und Wintersemester
Campus Heilbronn - Sontheim
Bewerbungsschluss
15. Januar bzw. 15 Juli

Voraussetzungen und Bewerbung

Voraussetzungen

Es gibt verschiedene Wege, die zu einem Studium an der Hochschule Heilbronn führen:

Auswahlverfahren

Beim Auswahlverfahren werden folgende Kriterien zur Bewertung herangezogen:

  • Die Note der Hochschulzugangsberechtigung (HZB)
  • Note der studiengangbezognen Berufsausbildung, falls vorhanden

Aus den Kriterien wird wie folgt eine Wertezahl ermittelt:

  • Durchschnittsnote der HZB mit einem Gewicht von 100%.
  • Eine studiengangbezogene Berufsausbildung wird mit einer Verbesserung der HZB-Note um 0,5 berücksichtigt.

Die Studienplätze werden zu 90 Prozent auf der Grundlage dieses Auswahlverfahrens vergeben, bei 10 Prozent der Studienplätze wird die Wartezeit berücksichtigt.

Studienbewerber/innen ohne einschlägige praktische Vorbildung müssen ein Vorpraktikum von 8 Wochen bei der Immatrikulation nachweisen. In der Regel erhalten Sie auch eine Zulassung zum Studium, falls das Vorpraktikum aus zwingenden Gründen nicht vollständig durchgeführt werden konnte.

Sie können z.B. einen Teil vor dem Studienbeginn und den Rest in den Semesterferien absolvieren. Das Vorpraktikum kann bis zum Beginn des 4. Semesters nachgeholt werden.

Bewerberinnen/Bewerbern mit einer technischen Ausbildung, einem Abschluss eines technischen Gymnasiums oder einer technischen Fachoberschule wird das Vorpraktikum erlassen.

Sie müssen sich um einen Studienplatz bewerben. Erhalten Sie nach Ende der Bewerbungsfrist einen Zulassungsbescheid, schreiben Sie sich ein. Die Bewerbung selbst läuft in mehreren Schritten ab:

Downloads

Studieninhalte Verfahrens- und Umwelttechnik

Ingenieure der Verfahrens- und Umwelttechnik sind in sehr unterschiedlichen Industriebereichen und Tätigkeitsfeldern tätig. Die Anforderungen an die Absolventen sind deshalb sehr vielseitig und beinhalten fachliche, aber auch persönliche Kompetenzen, um in der modernen, sich schnell verändernden Arbeitswelt bestehen zu können.

Die fachliche Basis bildet nach wie vor eine solide Ausbildung in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen, auf der in den folgenden Semestern aufgebaut werden kann. Diese fachliche Basis muss aber auch im Berufsleben tragfähig sein, wenn eine schnelle Einarbeitung in neue Arbeitsgebiete notwendig wird.

Arbeiten im Team, Flexibilität, Belastbarkeit ... sind Anforderungen der Arbeitswelt, die ebenfalls im Studienplan abgebildet werden. In den höheren Semestern wird besonders Wert auf die praxisgerechte und industrienahe Umsetzung des theoretisch erworbenen Wissens gelegt.

Studiendauer

Die Studiendauer des Bachelorstudiengangs Verfahrens- und Umwelttechnik (VUB) beträgt insgesamt sieben Semester.

Die Vorlesungszeit umfasst jeweils 15 Wochen pro Semester, gefolgt von einer dreiwöchigen Prüfungszeit. Jedes Semester sind 30 ECTS-Punkte zu erlangen, so dass bei einer Regelstudienzeit von sieben Semestern eine Gesamtsumme von 210 ECTS-Punkten erreicht wird. Alle Lehrveranstaltungen finden in deutscher Sprache statt. Die einzelnen Module bzw. zugehörigen Lehrveranstaltungen sind so auf die Semester verteilt, dass eine gleichmäßige Arbeitsbelastung anfällt.

Abschluss
Der Bachelorstudiengang Verfahrens- und Umwelttechnik schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab.
Gut vorbereitet ins Studium

Im Brückenkurs Mathematik werden Schulkenntnisse in elementarer Mathematik, auf denen die Vorlesungen der einzelnen Studienrichtungen aufbauen, wiederholt und aufgefrischt. Er ist freiwillig, dauert 1 bis 2 Wochen und findet direkt vor dem neuen Semester statt. Die Anmeldung erfolgt online.

Vorkenntnisse erwünscht

Ein achtwöchiges Vorpraktikum ist Pflicht, kann aber auf Antrag auch noch nach Aufnahme des Studiums absolviert werden. Mehr Info siehe oben unter "Informationen zum Vorpraktikum" und unter "Downloads".

EinstiegING das Mentoring-Programm

Das Mentoring-Programm EinstiegING wendet sich an Studierende der technisch-naturwissenschaftlichen Studiengänge im ersten und zweiten Semester. Es soll den Einstieg aus Schule, Ausbildung oder Berufstätigkeit in ein technisches Studium begleiten und erleichtern. Mehr Information finden Sie hier.

In den ersten beiden Semestern, dem Grundstudium, wird die natur- und ingenieurwissenschaftliche Basis für das gesamte Studium gelegt. Darüber hinaus erhalten die Studierenden eine Einführung in wichtige Arbeits- und Lerntechniken wie z.B. Präsentation, Gruppenarbeit, Recherche und technisches Schreiben.

Module des 1. und 2. Semesters
  • Mathematische Grundlagen
  • Physikalische Grundlagen
  • Konstruktion und Werkstoffe
  • Elektro- und Informationstechnik
  • Verfahrenstechnik und Arbeitsmethoden
  •  Chemie

Dem Grundstudium schließt sich das Hauptstudium an. Der erste Abschnitt des Hauptstudiums (drittes und viertes Studiensemester) besteht aus den verschiedenen verfahrenstechnischen Teildisziplinen, die zu 6 Modulen zusammengefasst sind.

Module des 3. Semesters
  • Transportprozesse
  • Festigkeitslehre und CAD
  • Prozessmess- und Regelungstechnik
  • Verfahrenstechnik
  • Simulationstechnik
Module des 4. Semesters
  • Transportprozesse
  • Prozessmess- und Regelungstechnik
  • Verfahrenstechnik
  • Simulationstechnik
  • Chemische und biologische Verfahrenstechnik

Die Praxisphase unterteilt das Hauptstudium und liegt im fünften Studiensemester. Ein halbes Jahr lang sind die Studierenden in Firmen und bearbeiten dort weitgehend selbstständig Aufgaben aus dem betrieblichen Umfeld. Die Praxisphase wird durch die Hochschule begleitet. Ein großer Teil der Studierenden nutzt die Praxisphase zum Sammeln internationaler Erfahrungen und leistet das Praxissemester im Ausland ab.

Die Lehrveranstaltung „Anlagenplanung“ ist Bestandteil der Module „Apparatebau und Anlagenprojektierung I und II“ und wird im sechsten Semester abgehalten.

Lernziel der Veranstaltung ist es, ein realistisches verfahrenstechnisches Projekt wie in einem Ingenieurbüro auszuarbeiten. Innerhalb von 4 Monaten wird eine komplette verfahrenstechnische Anlage projektiert. Dazu gehört der Zyklus "von der Idee zum Bau bis hin zur Inbetriebnahme": Die Studierenden entwerfen und koordinieren die dazu notwendigen Arbeitspakete, kooperieren mit anderen Abteilungen ihrer Firma und treffen aufgrund einer systematischen Vorgehensweise Entscheidungen. Sie entwickeln unterschiedliche Verfahrensvarianten und bewerten diese nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien. Sie vertreten das Projekt gegenüber dem Kunden.

Im zweiten und vertiefenden Teil des Hauptstudiums beginnen die Module der Vertiefungsrichtungen Energieverfahrenstechnik (EVT), Umwelttechnik (UT) oder Prozesstechnik/Computer Aided Process Engineering (PT/CAPE).

Innerhalb der Vertiefungsrichtungen Energieverfahrenstechnik und Umwelttechnik können die Studierenden einen Teil des Studienangebots frei aus einem Kanon von Wahlfächern wählen.

Module des 6. Semesters
  • Apparatebau und Anlagenprojektierung 1
  • Apparatebau und Anlagenprojektierung 2
  • Energieverfahrenstechnik (EVT)
  • Umwelttechnik (UT)
  •  Prozesstechnik / Computer-Aided Process Engineering (PT/CAPE)
  • Angewandte Studie
  • Projektarbeit
Module des 7. Semesters
  • Apparatebau und Anlagenprojektierung 2
  • Energieverfahrenstechnik (EVT)
  • Umwelttechnik (UT)
  • Prozesstechnik / Computer-Aided Process Engineering (PT/CAPE)
  • Angewandte Studie
  •  Bachelor Thesis
Projektarbeit

Die Projektarbeit hat den Charakter einer selbständigen wissenschaftlichen Arbeit, die sich auf ein eng umgrenztes Themengebiet bezieht. Eine schriftliche Ausarbeitung, die am Ende der Bearbeitungszeit beim betreuenden Professor (Professorin) abzugeben ist, soll dieses dokumentieren.

Bachelorthesis

Gegen Ende des Studiums bearbeiten die Studierenden ihre Bachelorthesis. Diese hat den Charakter einer selbständigen wissenschaftlichen Arbeit. Eine Thesis zeigt, dass innerhalb einer vorgegebenen Frist eine Aufgabe selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeitet und gelöst werden kann. Eine schriftliche Ausarbeitung, die am Ende der Bearbeitungszeit bei den Prüfern abzugeben ist, soll dieses dokumentieren.

Verfahrensingenieuren/innen und eröffnen sich vielfältige Berufsmöglichkeiten, vom klassischen Anlagen- und Apparatebau bis hin zu stark wachsenden Branchen wie der Umwelttechnologie, Energieerzeugung oder Energieumwandlung. Absolventen/innen des Studiengangs entwickeln innovative und nachhaltige Verfahren und optimieren bestehende Prozesse. Ausgestattet mit wertvollem Know-how aus den Bereichen Ingenieurwissenschaft, Naturwissenschaft, Verfahrenstechnik und Umwelttechnik sind sie bestens vorbereitet für die Mitarbeit an der Spitze von Schlüsselentwicklungen in der Industrie.

Wo arbeiten Ingenieure der Verfahrens- und Umwelttechnik?

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Daniela Baris (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Karlsruher Institut für Technologie - Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft)

Was mir an meinem Studium besonders gefallen hat

"Die Vielzahl der Versuche, die wir in den Hochschulaboren durchgeführt haben, haben zur Theorie der Vorlesung einen guten Praxisbezug hergestellt. Durch die kleine Studentenanzahl konnten wir von den Professoren intensiv betreut werden. Sie hatten jederzeit ein offenes Ohr und wir haben in den intensiven Diskussion viele Fragestellungen geklärt."

Was mir aus meinem VU-Studium am meisten für meinen Beruf nützt

  • Strömungslehre, Thermodynamik, sowie Wärme- und Stoffübertragung
  • Praktischer Bezug zu den gelernten Themen
  • Umgang mit Versuchsanlagen
  • Ausführliche und weitreichende Vorlesungsunterlagen
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Eva Gilbert (Assistenz der Geschäftsleitung bei EnviroChemie - Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung für die Industrie)

Was mir an meinem Studium besonders gefallen hat

"Da ich sowohl an einer Fachhochschule als auch an einer Uni studiert habe, konnte ich die unterschiedliche Herangehensweise an die Lehrinhalte direkt vergleichen: An der Hochschule Heilbronn stand dabei das interdisziplinäre Aufzeigen von kausalen Zusammenhängen stärker im Vordergrund."

Was mir aus meinem VU-Studium am meisten für meinen Beruf nützt
  • Laborberichte: Viel Erfahrung mit Excel
  • Datenverarbeitung (SPS-Programmierung)
  • Breit gefächertes Fachwissen
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Christian Lob (Produktionsleiter bei Münzing Chemie - Herstellung von Lacken, Farben, Additiven...)

Was mir an meinem Studium besonders gefallen hat

"Die Möglichkeit sich ein breitgestreutes Wissen anzueignen. Von den Grundlagen Chemie, Physik, Mathematik bis hin zu speziellem technischem Fachwissen, betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Themen."

Was mir aus meinem VU-Studium am meisten für meinen Beruf nützt
"Da ich in meinem jetzigen Beruf sehr viel mit Analytikern, Chemikern, Verfahrenstechnikern, Maschinenbauern und Betriebswirten zusammenarbeite, hat mir wahrscheinlich schon jede Vorlesung, die ich besucht habe, bei der Lösung eines Problems geholfen oder mir zumindest die Möglichkeit gegeben mitreden zu können. Von daher ist es die Vielzahl an unterschiedlichen Vorlesungsthemen, die mir in meinem Beruf als Produktionsleiter bisher am meisten von Nutzen war."
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Dr.-Ing. Jörg A. Pfeiffer (Gewerberat am Regierungspräsidium Stuttgart - Abteilung Industrie /Anlagensicherheit)

Was mir an meinem Studium besonders gefallen hat

"Am meinem Studium an der Hochschule Heilbronn habe ich sehr die Praxisnähe des Studiengangs und den kurzen Draht zu meinen Professoren und Professorinnen geschätzt."

Was mir aus meinem VU-Studium am meisten für meinen Beruf nützt

"In meiner jetztigen Tätigkeit im Gewerbeaufsichtsamt habe ich mit vielen unterschiedlichen Firmen aus verschiedenen Branchen zu tun. Dabei profitiere ich vom technischen Grundverständnis, das mir im Studium der Verfahrens- und Umwelttechnik vermittelt wurde. Außerdem hilft mir mein breit aufgestelltes Wissen von der Mikrobiologie bis zu R+I-Fließbilder. Damit kann ich mich schnell in neue Themen einarbeiten."

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Stefan Sanwald (Abteilungsleiter Engineering/Auftragsabwicklung bei Sandvik Process Systems)

Was mir an meinem Studium besonders gefallen hat

"Mir hat die praxisorientierte Ausrichtung des Studiengangs sowie die breitgefächerte Ausbildung des gesamten Studiums gefallen. Meine Lieblingsfächer waren Thermodynamik und Anlagenplanung."

Was mir aus meinem VU-Studium am meisten für meinen Beruf nützt

  • Die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen und zu erfassen
  • Die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen
  • Die erworbene Vielseitigkeit, auch in „benachbarten Fachrichtungen“ wie Maschinenbau und Steuerungstechnik Kenntnisse zu haben -> Verfahrenstechniker als Allzweckwaffe

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Wollen Sie im Anschluss ein Master-Studium aufsetzen? Die Fakultät bietet für gute Absolventen den auf den Bachelorstudiengang abgestimmten konsekutiven Masterstudiengang "Verfahrenstechnik" an.

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Bewerbungsverfahren

Marion Gifford

Marion Gifford

Studierendensekretariat

Telefon: +49 7131 504 222

E-Mail: marion.gifford@hs-heilbronn.de

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Service rund ums Studium

Birgit Englert

Birgit Englert

Studentisches Servicebüro

Telefon: +49 7131 504 207

E-Mail: birgit.englert@hs-heilbronn.de

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